Level 42
Retroglide
 
Level 42
Retroglide
Universal

Level 42 sind ein typischer Beweis dafür, warum Bands, die sich in keine richtige Schublade stecken lassen, irgendwann zerbrechen. In einem Interview vor etwa 15 Jahren haben Mark King und sein Genialer Keyboarder und Sänger Mike Lindup, bereits das Unheil vorausgesagt. Mit ihrer Mischung aus Jazz, Funk und Pop passten sie einfach in kein Fach mehr und sie wussten es. Angefangen hat ihr Unheil mit dem  amerikanischen Radiomarkt, der kein Format anbot, in das die britische Funk/Jazz Band passte. Und die Regel ist bekanntlich ganz einfach: Keine Radioeinsätze, keine Hits. Das war natürlich nicht immer so bei „dem besten Bassisten der Welt“ und seinen Jungs. Schließlich haben sie mit „Lessons in Love“ 1986 einen Welthit geschrieben, den sie zu allem Überfluss auch noch ganz nebenbei in nur einer Stunde geschrieben haben sollen. So einfach kann es manchmal sein. Als sie ein Jahr später auch noch „Running in the family“ nachlegten waren die ehemaligen Jazz und Funk Akrobaten schließlich Popstars geworden. Damals sagte Mark King: „Je mehr ich das einzige was ich kann sein lasse, umso mehr Geld verdiene ich“. Eine Behauptung, die den alten Level 42 Fans wehtat und dazu führte, dass eine ganze Generation von Hobbymusikern der Band den Rücken zuwandte. Schließlich war es das geniale Bassspiel von Mark King, das damals die Fans in Scharen zu den Konzerten pilgern liess. Bis heute gehört ihr Auftritt im WDR Rockpalast 1983 zu den aufregendsten Rockpalast Auftritt aller Zeiten. Wie Mark King seinen Bass fast in der Achselhöhle hängen liess war plötzlich cool, zu einer Zeit in dem New Wave und Punk die Musikszene beherrschten. Level 42 waren immer genau das Gegenteil. In den neunziger Jahren schließlich nach diversen Comeback Versuchen, die ebenso erfolglos verliefen, kam 1994 schließlich das Ende der Band. Auch wenn der Name Level 42 immer wieder auf Best Of Alben und Livealben prangte, konnte niemand darüber hinwegtäuschen, dass eine der besten britischen Jazz / Funk oder Jazzrock Bands (wie man früher sagte) das zeitliche gesegnet hatte. Jetzt, 12 Jahre nach dem Ende sind sie tatsächlich wieder da und haben es geschafft in Originalbesetzung und mit allem was dazu gehört, eine neue Platte in die Läden zu bringen. Ob man diese Platte nun unbedingt im Laden kaufen sollte, oder einem ein kostenpflichtiger Download genügt, sei jedem selbst überlassen. Die Kaufentscheidung für die CD wird aber mit Sicherheit nicht an der Schönheit des Covers liegen, denn das dürfte in die Geschichte der schlimmsten Cover aller Zeiten eingehen. Auch wenn man bei genauem hinsehen den berühmten Kopf der legendären „Early Tapes“ auf dem Cover ausmacht, reicht dies nicht für eine Cover Idee. Ganz anders ist es mit der Musik. Die Zielgruppe sind die Fans, die die alten Level 42 lieben, die früher selbst Slap Bass gelernt haben, in den ersten Reihen bei den Konzerten standen und Segelschuhe getragen haben. Gleich mit dem hektischen „Dive into the sun“ zeigt Mark King schon in den ersten Seekunden, dass er sein Lieblingsinstrument nicht verlernt hat. Mehr noch, er hat es weiter perfektioniert und doch klingt sein Bass nicht antiquiert. So haben wir Mark King geliebt. Der Daum schlägt in rasender Geschwindigkeit auf die Bassseiten und dazu werden wirklich wieder tolle Songs gesungen. Das melancholische, fast 7 Minuten lange „The way back home“ würde genauso in die Charts gehen, wie „Just for you“. Nur leider nicht in Amerika, denn für die Jazzer ist die Musik zu glatt und poppig und für die Popsender sind Level 42 einfach zu funkig und vielleicht zu gut. Ist also unterm Strich alles beim alten geblieben bei Level 42. Gott sei Dank

KLopierschutz: Nein
I - Pod Fähig: Ja 
Nicht als LP erhältlich