Götz Alsmann & Die WDR Big Band
Winterwunderland
 
Götz Alsmann und die WDR Big Band
Winterwunderwelt
Roof Records

Warum muss man sich in der schönsten Zeit des Jahres so oft mir mittelmässiger Musik rumärgern? Immer wieder werden die gleichen Platten herausgeholt. Da gibt es die „A very special Christmas“ Compilations mit dem berühmten Keith Harring Cover, diverse Rock und Pop Compilations, die sich in den Supermärkten neben den Weihnachtskalendern stapeln und uns längst zu den Ohren rauskommen, wie die Weihnachtsmänner am Ende der besinnlichen Adventszeit aus dem Halse. Steht man dann vor dem eigenen CD Regal, greifen viele immer wieder zu den gleichen Namen. Da gibt es das Elvis Weihnachtsalbum, die Beach Boys, Nat King Cole und Töchterchen Natalie Cole, Tony Bennett und dann ist man schon inmitten der ganz großen Weihnachtsalben von Frank Sinatra bis hin zu Harry Connick Jrs.‘ Weihnachtsalbum „When my heart finds Christmas“ von 1993. Wenn man ehrlich ist, ist es auch so lange her, dass eine wirklich anspruchsvolle und phantastische Weihnachtsplatte erschien. So oder so ähnlich muss es auch Götz Alsmann gegangen sein, wenn man mal seine Liebe zu alten Peter Alexander und Gerhard Wendland Weihnachtsalben außen vorlässt. Auf dem Album „Winterwunderland“ mit dem Stempel von 2006 waren es aber die Crooner, die Götz Alsmann als Vorbild dienten. Die großen Orchester und die Big Bands. Es ist naheliegend, dass er sich mit der besten deutschen Big Band, der WDR Big Band entschloss diese vorzügliche Weihnachtsplatte aufzunehmen. „Winterwunderland“, das muss man schon nach dem ersten Stück „Der Weihnachtsmann“ zugeben ist ein echter Knaller für die Weihnachtszeit. Tatsächlich sind es doch gerade die deutschen Weihnachtslieder, die man bislang eher belächelte und dann doch wieder zum good old Frank gegriffen hatte. Götz Alsmann schafft es mit dieser Platte tatsächlich, dass wir mit Begeisterung deutschen Weihnachtsliedern lauschen können. „Kling Glöckchen Klingeling“ hat schon fast Punkanleien, wie Alsmann den Chor singt und wie er sich souverän durch das immer schneller und dynamisch werdende „Eine Muh, eine Mäh Eine Tärterätätä“ swingt, das hat ganz große Klasse und man muss an vielen Stellen lachen und kann sich über diese Texte freuen. Alsmann geht nie unter, in dem starken WDR Big Band Orchester. Ob dort die Trompeten den weiten Teppich für die Jazzausflüge schaffen, Alsmann sich mit den Cologne Voices, dieser tollen Jazz - Gesangsgruppe zusammentut (Lasst uns froh und munter sein) oder sich nur des Pianos bedient,  Alsmann ist der Chef im Ring. So kann das keiner aus deutschen Landen, das müssen auch die Nachwuchscrooner einsehen. Der Münsterer vermischt traditionelles und modernes mit ganz klassischen Mitteln. Götz Alsmann hat für „Winterwunderwelt“ seine 13 Lieblingsweihnachtslieder aufgenommen und auch, und das ist besonders beachtlich, einige Stücke extra neu geschrieben, die an Witz und Swing kaum zu überbieten sind. „Der Weihnachtsumtausch“ ist die Geschichte des 27. Dezembers, der den Kaufhäusern, Boutiquen und Parfümerien noch immer einen Sonderumsatz gibt, wenn all die Beschenkten und Geschenker los laufen, tauschen und feilschen. Ein perfektes Thema für den Entertainer Alsmann, der sich mit der Big Band zusammen in den Shopping Wahnsinn stürzt. Zitat gefällig?„Ich suche schon seit Stunde, doch was besseres als mich habe ich nicht gesehen“. Mit Bar - Jazzpiano und coolem Timbre beschäftigt sich Götz Alsmann auch als erster mit der Frau vom Nikolaus, die ja schließlich die Strümpfe stricken muss. Es ist mit das schönste Lied auf dieser Platte. Für Götz Alsmann selbst ist es aber „Winterwunderwelt“, das ja eigentlich mehr ein Winterlied ist und schon deshalb ist Alsmann selbst ja auch der Meinung, dass man diese Platte bis Ende Januar hören kann und sich dann auf direktem Wege das neue Alsmann Album besorgen kann, was im Februar 2007 erscheinen soll. Dann wieder mit der Götz Alsmann - Band, die sich eine kleine Pause gönnt. Auch wenn man sich nach Sylvester bestimmt skeptischen Blicken ausgesetzt fühlen muss, wird man nicht umhin kommen diese CD wieder und wieder aufzulegen. Und im Januar kann man dann ja sagen „Nach dem Fest ist vor dem Fest“.

Kopierschutz: Nein
I - Pod Fähig: Ja 
Leider nicht als LP erhältlich
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